Berichte
Vom Urnersee bis zum Gotthard: Wiler auf den Spuren eines Mythos
Bericht Wil24 vom 22. September 2026 erstellt von Freddy Kugler
Begleitet wurde die Wiler Reisegruppe vom Historiker Urs Kälin aus Altdorf und vom ehemaligen Urner Landratspräsidenten Paul Jans. Sie vermittelten unterwegs Einblicke in die Geschichte einer Region, die trotz ihrer lediglich rund 38'000 Einwohner eine bedeutende Rolle für die wichtigste Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen spielte.
Bis ins 13. Jahrhundert war der Gotthard nur zu Fuss oder mit Maultieren passierbar. Erst mit den ersten Brücken in der Schöllenenschlucht wurde der Weg über den Pass besser erschlossen. Die Teufelsbrücke und die Twärrenbrücke trugen dazu bei, dass die Gotthardroute zunehmend europäische Bedeutung erlangte.
Halt in der Schöllenenschlucht
Nach einem Kaffeehalt an der Tellsplatte am Urnersee und einem kurzen Zwischenstopp in Flüelen erreichte die Gruppe die Schöllenenschlucht. Dort besichtigten die Teilnehmenden unter anderem das in den Fels gehauene Suworow-Denkmal. Es erinnert an die Kämpfe vom 25. September 1799 zwischen napoleonischen Truppen und russischen Einheiten unter General Alexander Suworow. Auch die Teufelsbrücke gehörte zum Programm. Die ursprüngliche Brücke existiert heute nicht mehr. Die zweite, 1830 eröffnete Teufelsbrücke kann dagegen weiterhin von Fussgängern und Velofahrern benutzt werden.
37 Haarnadelkurven am Gotthard
Nach dem Mittagessen auf der Gotthard-Passhöhe richtete sich der Blick auf ein weiteres Stück Verkehrsgeschichte: die historische Tremola-Passstrasse mit ihren 37 Haarnadelkurven. Die Strasse schlängelt sich auf der Südseite des Gotthards ins Tal und ist bis heute befahrbar.
Den Abschluss der Kulturfahrt bildete ein Rundgang durch Hospental im Urserntal. Das Dorfbild wird von zahlreichen Holzhäusern in Blockbauweise geprägt. Zu den markanten Gebäuden gehört die barocke Kapelle St. Karl.
Auch Johann Wolfgang von Goethe hinterliess hier seine Spuren. Während seiner Reisen durch die Schweiz übernachtete er dreimal in Hospental. Über den Gotthardpass in Richtung Süden reiste er allerdings nie.
Tagesausflug ins Kegelbergland / Hegau
Bericht Wil24 vom 14. Mai 2026 erstellt von Freddy Kugler
Diese liebliche Region blickt auf eine spannende geologische Geschichte zurück. Charakteristisch für diese Landschaft sind sieben Vulkankegel, die vor 14 Millionen Jahren Feuer spien, ehe sie in der Eiszeit von Gletschern abgeschliffen wurden und ihre heutige Form erhielten.
Zwei dieser längst erloschenen Vulkane, der Hohenstoffeln und der Hohenkrähen westlich von Singen, wurden unter der Leitung von Dr. Andreas Schwab, Professor für Geografie und Geologie an der Pädagogischen Hochschule Weingarten (D), erwandert. Dabei kamen die Teilnehmenden in den Genuss vieler spannender Informationen über die verschiedenen Gesteinsformationen und die einstige Kornkammer Europas zwischen Bodensee und Donau.
Nach einem feinen Mittagessen im Restaurant Hegauhaus oberhalb von Singen waren Wanderschuhe nicht mehr notwendig. Mit dem Besuch der Aachquelle fand ein rundum gelungener Tag seinen Abschluss. Das aus der grössten Karstquelle Deutschlands entströmende Wasser bildet ein Flüsschen, das sich nach nur 14 km in den Bodensee ergiesst.
Fotoimpressionen Ausflug Hegau von Jean Claude Werz
In die Geschichte eingetaucht
Kultur- und Museumsgesellschaft Wil zu Besuch in Herisau
Bericht
Tagesausflug nach Solothurn
Bericht
Kultur- und Museumsgesellschaft Wil besuchte in Herrliberg die Blocher-Sammlung
Auf Tuchfühlung mit Anker, Hodler & Co.
Alt Bundesrat Blocher und seine Frau Silvia pflegen eine der grössten privaten Kunstsammlungen mit Werken der herausragenden Schweizer Maler des 19. Jahrhunderts. Diese kann auf Voranmeldung mit Gruppen bis zu 20 Personen kostenlos besucht werden. Von diesem Angebot machte auch die Kultur- und Museumsgesellschaft Wil Gebrauch. Der bald 85-jährige Christoph Blocher führte die Wiler persönlich durch sein von ihm als „Schaulager“ bezeichnetes Privatmuseum in einem in eine Seitenmoräne des einstigen Linthgletschers erbauten Gebäude. Mit seinem grossen Wissen und seinen Anekdoten aus Kunst und Politik bescherte der gut gelaunte Kunstliebhaber den Teilnehmenden zwei sehr kurzweilige Stunden.
Die Blocher-Sammlung umfasst insgesamt rund 660 Öl- und Aquarell-Bilder sowie Bleistiftzeichnungen. Zugänglich sind in Herrliberg über 200 Werke, wobei jedes Bild seine eigene Beleuchtung hat. Eine Besonderheit ist auch, dass die Bilder ohne Glasscheiben präsentiert werden. Besonders angetan hat es Christoph Blocher Albert Anker (1831-1910). Als erstes Werk hatte er in den 70er-Jahren für 700 Franken eine Bleistiftzeichnung erworben. Neben Anker können unter anderem auch grossartige Gemälde von Ferdinand Hodler, Giovanni Segantini und der GiacomettiDynastie bestaunt werden. Entworfen wurde der unterirdische Bau mit viel Herzblut von Silvia Blocher, die seit 57 Jahren mit dem Hausherr verheiratet ist. Christoph Blocher betont, dass er seine Sammlung nicht als Kapitalanlage betrachte. Sogar
das Metropolitan Museum of Art in New York ist bei ihm mit einer grosszügigen Offerte für Anker-Bilder mit Stillleben abgeblitzt. Der Fortbestand der Blocher Sammlung ist langfristig klar geregelt.
Freddy Kugler